Der stille Kollaps
Warum deutschen Kanzleien Fachkräfte fehlen
Zusammenfassung
Die Zahl neuer Ausbildungsverträge für Rechtsanwaltsfachangestellte sinkt seit Jahren. Gleichzeitig fehlen in den Freien Berufen insgesamt rund 211.000 Fachkräfte. Der wirtschaftliche Verlust liegt bei etwa 16 Milliarden Euro. Dieser Report analysiert die aktuellen Zahlen und zeigt, welche Möglichkeiten Kanzleien haben, dem strukturellen Personalmangel zu begegnen.
Die aktuellen Ausbildungszahlen
Im Erhebungszeitraum vom 1. Oktober 2024 bis 30. September 2025 wurden laut Bundesrechtsanwaltskammer 2.885 neue Ausbildungsverträge in den Berufen Rechtsanwaltsfachangestellte und Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte abgeschlossen. Das sind 0,72 Prozent weniger als im Vorjahr mit 2.906 Verträgen.
Rückgang der Ausbildungsverträge nach Jahr
Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt einen klaren Abwärtstrend, der sich zuletzt allerdings spürbar abgeschwächt hat. Bei den Rechtsanwaltsfachangestellten wurden 2.068 neue Verträge abgeschlossen (Vorjahr 2.154), bei den Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten 817 (Vorjahr 752).
Die größere Dimension mit 211.000 fehlenden Personen
Der Bundesverband der Freien Berufe beziffert den Fachkräftemangel in den Freien Berufen insgesamt auf rund 211.000 Personen. Konkret fehlen 129.000 Fachkräfte, 38.000 angestellte Berufsträgerinnen und Berufsträger sowie 44.000 Auszubildende. Die Lücke betrifft nicht nur Kanzleien, sondern den gesamten Sektor einschließlich Arzt- und Zahnarztpraxen, Steuerkanzleien, Architekturbüros und Apotheken.
Die durch diese Lücke nicht erbrachte Wirtschaftsleistung beträgt laut BFB rund 16 Milliarden Euro. Das entspricht etwa drei Prozent des Jahresumsatzes, den die Freien Berufe 2024 in Deutschland gemeinsam mit ihren Teams erwirtschaftet haben.
27 Prozent der Arbeitszeit für Bürokratie
Laut einer Umfrage des Bundesverbands der Freien Berufe, deren Grundlage die BFB-Konjunkturumfrage Winter 2024 ist, werden 27 Prozent der Arbeitszeit in Teams der Freien Berufe für Bürokratie und Dokumentationspflichten aufgewendet. Dieser Wert bezieht sich auf alle Teams in Freien Berufen, also auch Praxen, Büros und Apotheken. Rechnerisch entspricht das in einer 40-Stunden-Woche etwa 11 Stunden wöchentlich, die nicht direkt für Mandanten, Patienten oder Kunden eingesetzt werden, sondern für Verwaltung und Dokumentation.
Wie Kanzleien reagieren können
Aus den vorliegenden Daten ergeben sich zwei strukturelle Hebel. Der erste sind höhere Ausbildungsvergütungen, der zweite die Automatisierung von Routineaufgaben.
Hebel 1: Höhere Ausbildungsvergütung
Die Rechtsanwaltskammern haben ihre Vergütungsempfehlungen für 2026 erneut erhöht, um 1,3 bis 1,4 Prozent je nach Ausbildungsjahr. Zum Vergleich fielen die Steigerungen in den Vorjahren deutlicher aus. 2025 lagen sie bei 2,5 bis 3,3 Prozent, 2024 sogar bei 11 bis 13 Prozent. Die Grenze dieses Modells: Gerade kleinere oder wirtschaftlich stärker belastete Kanzleien stoßen bei weiteren Erhöhungen an finanzielle Grenzen.
Hebel 2: Automatisierung von Routineaufgaben
Wenn 27 Prozent der Teamzeit durch Bürokratie gebunden sind, bietet Automatisierung direkte Entlastung. Typische Einsatzgebiete sind:
- •Automatische Erkennung von Fristen aus eingehenden Dokumenten
- •Zusammenfassung von Schriftsätzen durch KI
- •Strukturierte Verwaltung von Textbausteinen
- •Abwicklung von Dokumenten über Freigabe-Workflows
Jede dieser Aufgaben gibt einem Team-Mitglied mehrere Stunden pro Woche zurück, ohne dass zusätzliches Personal erforderlich ist.
FlowOffice im Kontext
FlowOffice wurde speziell für deutsche Kanzleien entwickelt und adressiert die in diesem Report beschriebenen Aufgaben direkt.
- ✓AktenBlitz KI-gestützte Zusammenfassungen von Schriftsätzen in sechs verschiedenen Stilen
- ✓FristenWächter Erkennt Fristen automatisch aus E-Mails, PDFs und Bescheiden
- ✓FlowText Juristische Textbausteine mit Paragrafen-Referenzen und Versionierung
- ✓BescheidExpress Dokumentenerstellung mit mehrstufigem Freigabe-Workflow
Alle Komponenten sind DSGVO-konform, das Hosting erfolgt ausschließlich in Deutschland. Der Team-Plan kostet 99 Euro pro Monat für bis zu fünf Nutzer als Flat-Rate.
Quellen
- 1.Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK): Rechtsanwaltsfachangestellte: Abwärtstrend bei Ausbildungsverhältnissen gebremst. Nachrichten aus Berlin Ausgabe 2/2026, veröffentlicht am 23. Januar 2026. Verfügbar unter: brak.de/newsroom/newsletter/nachrichten-aus-berlin/2026/
- 2.Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK): Rechtsanwaltsfachangestellte und Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte, Ausbildungsstatistik zum 30.09.2025. Verfügbar unter: brak.de/anwaltschaft/rechtsanwaltsfachangestellte/
- 3.Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK): Rechtsanwaltskammern empfehlen etwas höhere Vergütung für Azubis. Nachrichten aus Berlin Ausgabe 4/2026, veröffentlicht am 18. Februar 2026.
- 4.Anwaltsblatt (Klotzki): Fachkräftemangel und Gegenstrategien, veröffentlicht am 3. Juli 2025. DOI: 10.70919/anwbl10128. Verfügbar unter: anwaltsblatt.anwaltverein.de
- 5.Bundesverband der Freien Berufe (BFB): Konjunkturumfrage Winter 2024, Sonderauswertung durch das Institut für Freie Berufe. Zitiert im Anwaltsblatt 2025.
- 6.Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB): Erhebung Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum 30.09., jährlich. Datenstand: 10. Dezember 2025.
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